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am 17. Juni

Die GLYPHO-SAAT?

Stadler Philipp - Im Frühling wird auf unseren Feldern wieder eifrig Glyphosat ausgebracht. Warum dieses Unkraut-Mittel – gerade hat die Europäische Kommission die Zulassung um 5 Jahre verlängert – so intensiv einsetzt wird, ist eine vieldiskutierte Frage.

Was ist eigentlich Glyphosat?


Glyphosat ist ein Totalherbizid – es vernichtet jegliche Grünpflanzen. Auf diese Wirkung setzt die intensive Landwirtschaft, vor allem bei der Aussaat. Damit erspart man sich die arbeitsintensive, mechanische Bodenbehandlung wie Eggen oder Pflügen. Ohne Glyphosat – so die Begründung der Agrarlobby - können intensive Kulturen wie Raps, Mais, Soja und Weizen kaum wirtschaftlich betrieben werden. Zudem sei Glyphosat im Unterschied zu anderen Pestiziden relativ umweltverträglich.

Sollte man Glyposat verbieten?

Kann die Landwirtschaft ohne Pestizide auskommen?

Wir Grünen sprechen uns für eine generell Pestizid-freie Landwirtschaft aus. Allerdings sprechen wir uns auch für einen Dialog mit den betroffenen LandwirtInnen aus, denn ein Glyphosat-Verbot alleine löst keine Probleme – im Gegenteil, es wären wohl in Kürze neue Glyphosat-ähnliche Substanzen im Einsatz. Manche dieser Mittel sind noch schädlicher für Mensch und Natur, etwa Insektizide, die zum Teil mit dem Insektensterben im Zusammenhang stehen. Die zentrale Frage ist, ob die Landwirtschaft ohne Pestizide auskommen kann.

Die Antwort ist ja, denn Biobäuerinnen und –bauern und viele verantwortungsbewusste LandwirtInnen zeigen jeden Tag erfolgreich, dass dies möglich ist.

höhereR Arbeitsaufwand ohne Glyphosat

Der Verzicht geht jedoch einher mit einem höheren Arbeitsaufwand: Unkraut muss „mechanisch“, teilweise sogar händisch gezupft werden, die Böden gepflegt und eine nachhaltige Fruchtfolge eingehalten werden.

Die Bäuerinnen und Bauern brauchen Erfahrung und Wissen – ihr sprichwörtliches „Gespür“ für gesunde Äcker und Wiesen. Oftmals ist der höhere Arbeitsaufwand der Grund, warum manche Bauern und Bäuerinnen nicht auf ökologische Landwirtschaft umsteigen (können). Genau deshalb brauchen sie Hilfestellung von der Politik – Förderungen, die gezielt ihren Arbeitsaufwand entlohnen und somit den Pestizid-Verzicht fördern.

Glyphosat = Abhängigkeit


Diese Schritte – raus aus dem Pestizid-Einsatz – sichern die Existenz vor allem für die kleinen Landwirte. Schäden durch Pestizideinsatz werden nämlich von den Konzernen nicht ersetzt – der Bauer, die Bäuerin bleibt darauf „sitzen“. Ganz zu schweigen von den weiteren dramatischen Folgen wie dem Insektensterben. Trotzdem nimmt weltweit der Gebrauch von Glyphosat und anderen Mitteln zu.

Dies liegt vor allem an einer „Taktik“ internationaler Großkonzerne, die mithilfe von Gentechnik Weizen, Mais und weitere Kulturpflanzen gegen Pestizide resistent machen. Solche veränderten Kulturpflanzen drängen die Bäuerinnen und Bauern in eine Abhängigkeit – Sie müssen gleichzeitig Saatgut und größere Mengen von z.B. Glyphosat beziehen. In Kanada und den USA sind pestizid-resistente Weizen-, Mais- und Raps-kulturen bereits Realität.

Dialog für eine naturnahe Landwirtschaft


Diese Verhältnisse wollen wir Grüne in Österreich vermeiden – dafür setzen wir uns für einen intensiven Dialog mit den betroffenen LandwirtInnen ein, damit unsere Felder und Blumenwiesen in ihrer natürlichen Form – so wie wir sie aus der eigenen Erfahrungen kennen – erhalten bleiben.​

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