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am 20. September

Freistadt for Future

Sebastian Merten - Seit Anfang des Jahres wird weltweit unter dem Motto "Fridays for Future" für das Klima gestreikt.

Nach dem Vorbild der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg fand sich in Linz eine Gruppe von SchülerInnen aus ganz Oberösterreich zusammen um ebenfalls für vernünftige Klimapolitik zu streiken. „Fridays for Future“ definiert sich selbst als unparteiisch und lässt sich von keiner Partei oder Organisation vereinnahmen. Im März und Mai fand jeweils ein weltweiter Klimastreik statt, zu denen die Schülervertretungen des Gymnasiums und der BHAK&HTL Freistadt eine gemeinsame Anreise nach Linz organsierten. Rund 300 SchülerInnen nahmen aus Freistadt teil und gingen für „Climate Justice“ (Klimagerechtigkeit) auf die Straße.

ENDE JUNI FAND DANN DER ERSTE KLIMASTREIK IN FREISTADT STATT.


Die erst 13-jährigen Gym-Schülerinnen Flora May-Prammer und Cynthia Kiesenhofer initiierten gemeinsam mit ihrer Klasse und der Schülervertretung diesen Streik vor dem Gymnasium.

Ich habe die beiden Klimaaktivistinnen zum Interview für diese Bezirkszeitung getroffen: (S=Sebastian Merten, F=Flora MayPrammer, C=Cynthia Kiesenhofer, alle drei Schüler*innen des Gymnasiums Freistadt)

S: Vielen Dank, dass ihr euch bereit erklärt mir ein Interview für die Bezirkszeitung der Grünen zu geben. Wie seid ihr auf die Idee gekommen einen Klimastreik in Freistadt zu organisieren?
C: Flora und ich haben im Unterricht besprochen, dass es immer wärmer wird und haben allgemein über Klimawandel und Umweltschutz diskutiert. Durch unsere Diskussion wurden unsere KlassenkollegInnen auch auf dieses Thema aufmerksam und wir waren uns alle einig, aktiv zu werden.

S: Warum findet ihr es wichtig, für das Klima zu streiken?
F: Klimastreiks machen darauf aufmerksam, dass Kinder und Jugendliche vernünftige Klimapolitik möchten. Je mehr Menschen dafür auf die Straße gehen, desto eher werden die PolitikerInnen einsehen, dass hier etwas gemacht werden muss.

S: Glaubt ihr, dass die Politik nach den Klimastreiks etwas tun wird?
C: PolitikerInnen möchten gewählt werden und eventuell werden sie durch die Klimastreiks aufmerksam, dass das Thema Klimaschutz ernst zu nehmen ist und dass jene PolitikerInnen, die gegen den Klimawandel nichts unternehmen, bald nicht mehr gewählt werden.

S: Habt ihr Ideen, was wir konkret hier bei uns für den Klimaschutz machen könnten? F: Allgemein sollten wir schauen, dass wir möglichst viel recyclen, damit nicht so viel verbrannt werden muss und in Folge der Erdatmosphäre nicht so viel geschadet wird.
C: Außerdem wären mehr Pfandflaschen sinnvoll und Lebensmittel sollten nicht doppelt und dreifach verpackt sein, um so Plastik zu vermeiden.

S: Bezüglich sanfter Mobilität: Wie zufrieden seid ihr mit den Radwegen in Freistadt?
F: Es gibt sehr wenige Radwege, die wirklich befahren werden, z. B. entlang der Linzer Straße oder in Richtung Tomatensiedlung gibt es zu wenige und unsichere Radwege.
C: Oder beim Brauhaus gibt es keinen Radweg oder Radfahrsteifen, weswegen so gut wie alle Kinder am Gehsteig fahren, weil auf der Straße fahren viel zu gefährlich wäre. Man müsste mehr auf Radwege setzen, um den Radverkehr sicherer zu machen.

S: Was haltet ihr persönlich von Greta Thunberg?
F: Es ist sehr bewundernswert, wie sie alleine begann zu demonstrieren, dass sie nicht aufgegeben hat und dass sie hundertausende junge Menschen dazu gebracht hat, am Freitag um 5 vor 12 auf die Straße zu gehen und gegen die aktuelle Klimapolitik zu streiken bzw. zu protestieren.

S: Wie glaubt ihr sieht die Welt im Jahr 2030 aus?
C: Entweder die Politik macht nichts gegen den Klimawandel und alles wird zu Bruch gehen oder die Politik macht etwas und es wird wirklich besser. Falls nichts getan wird, wird das Klima wärmer und wärmer und laut Klimaforschung kann man in einigen Jahren die Klimakrise nicht mehr verhindern.
F: Durch die Erwärmung werden die Gletscher viel kleiner und in Wintersportregionen werden dadurch eventuell Leute arbeitslos.

S: Im Parlament sitzen ja hauptsächlich ältere Menschen, es gibt nur wenige Abgeordnete, die unter 30 sind. Glaubt ihr, würde sich etwas verändern, wenn mehr junge Menschen im Parlament vertreten sind?
C: Ältere PolitikerInnen erleben die ganze Katastrophe nicht mehr mit, aber wenn ein z. B. 23-jähriger im Parlament sitzt, wird dieser viel mehr für den Klimaschutz machen, weil er selber von der Klimakatastrophe betroffen sein könnte.
F: Man muss sich immer fragen, ob man möchte, dass seine Nachfahren eine Klimakatastrophe mitmachen oder eben nicht. Ich denke, keiner wünscht seinen Kindern oder Enkelkindern, dass sie eine Klimakatastrophe miterleben müssen.

S: War der Klimastreik in der vorletzten Schulwoche eine einmalige Aktion? F: Wir wollen auf jeden Fall weitermachen! C: Außerdem wollen wir die Klimastreiks größer aufbauen, indem wir eine Route durch die Stadt festlegen und auf Social Media mehr werben, damit noch mehr Leute kommen.
F: Es wäre super, wenn wir ExpertInnen, z. B. KlimaforscherInnen einladen könnten und in der Schule eine Diskussionsveranstaltung zu Klimapolitik organisieren.

S: Ihr habt die Freistadt for Future Bewegung initiiert – wie geht es nun weiter mit der Bewegung?
F: Wir wollen PolitikerInnen zeigen, dass nicht nur in Großstädten gestreikt wird, sondern auch in kleineren Städten wie Freistadt.
C: Einige PolitikerInnen meinen, dass wir nur streiken, um Schule zu schwänzen und wenn das in den Ferien wäre, würde keiner kommen. Allerdings bekommt man durch einen Streik während der Unterrichtszeit viel mehr Aufmerksamkeit und außerdem wird bei einem Streik in der Arbeit auch nicht in der Freizeit gestreikt. Das Motto „Warum für die Zukunft lernen, wenn es keine Zukunft gibt?“ würde keinen Sinn machen, wenn wir außerhalb der Schulzeit streiken würden.

DER NÄCHSTE KLIMASTREIK IN FREISTADT WIRD AM 13. SEPTEMBER STATTFINDEN. DER NÄCHSTE WELTWEITE KLIMASTREIK IST AM 27. SEPTEMBER GEPLANT.


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