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am 16. November

Wieviel Landschaft braucht der Mensch

Klaus Elmecker - Die European Landscape Convention oder Europäische Landschaftskonvention ist ein Übereinkommen des Europarate.

Es wurde am 20. Oktober 2000 in Florenz für die Unterzeichnung der Mitgliedstaaten freigegeben. Die Landschaftskonvention beschäftigt sich mit Schutz, Pflege und Gestaltung der europäischen Landschaften. Das Übereinkommen wurde seitdem bereits von 41 Mitgliedstaaten des Europarates unterzeichnet und von 39 ratifiziert. Österreich ist einer von nur sechs Mitgliedstaaten des Europarats, die diese Übereinkunft zur Erhaltung des Europäischen Natur- und Kulturerbes weder unterzeichnet noch ratifiziert haben.

Österreich ist allerdings Europameister beim Verbrauch von Boden. In Österreich wurden in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich 20 Hektar pro Tag verbaut. Das sind täglich 30 Fußballfelder mit 105 Metern Länge und 65 Metern Breite. Im Herbst 2017 habe ich als Experte in Helsinki und in Strasbourg an mehrtätigen Meetings des Europarates zum Thema Denkmalschutz teilgenommen und über 10 Jahre „Tag des Denkmals” am Beispiel von Freistadt referiert.

Beeindruckt war ich in den Diskussionen über das hohe Niveau der Sichtweise von Denkmalschutz und Landschaftsschutz im Sinne von Kulturlandschaft. Vor allem die regionalen Kulturlandschaften im weiteren Sinne prägen unsere Identität und müssen deshalb erhalten werden. Zur Kulturlandschaft gehören ganz konkrete Landschaftselemente: Hügel, Wälder, Brücken, Gebäude und Flüsse. Im Anschluss an mein Referat über die Tage des Denkmals erhielt ich den Auftrag, einen Report mit dem Thema „Landscape, for an Ethic of Responsibility” zu verfassen. Ziel dieses Reports ist ein Beitrag zur Verbesserung der Grundlagen, die für eine präzisere Gesetzgebung bezüglich Landschaftsschutz auf europäischer Ebene nötig sind. Langfristige Konzepte sollen entwickelt werden, mit denen sich auch die ansässige Bevölkerung identifizieren kann. Der gesamte Report ist nachzulesen auf www.bezirkfreistadt.gruene.at.

Ein Kapitel in meinem Report behandelt die einzigartigen Waldviertler Streifenfluren. In unserer unmittelbaren Nachbarschaft gelegen sind sie ein wunderbares Beispiel für jahrhundertealten gelebten
Landschaftsschutz. Jetzt sind sie bedroht und brauchen eine kluge Strategie um erhalten zu werden.​

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