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am 20. August

Lebensqualität

Manuela Bonifer-Jungwirth - Woran erkennt man die Lebensqualität einer Stadt

„Es gibt einen sehr simplen Anhaltspunkt. Schauen Sie, wie viele Kinder und alte Menschen auf Straßen und Plätzen unterwegs sind. Eine Stadt ist nach meiner Definition dann lebenswert, wenn sie das menschliche Maß respektiert. Wenn sie also nicht im Tempo des Automobils, sondern in jenem der FußgängerInnen und FahrradfahrerInnen tickt. Wenn sich auf ihren Plätzen und Gassen wieder Menschen begegnen können. Darin besteht schließlich die Idee einer Stadt.“
Jan Gehl , Dänischer Architekt und Stadtplaner aus Kopenhagen

I. Lebensqualität am Beispiel der Gestaltung des Zentrums von Pregarten


Mit einem Blick auf den Stadtplatz stellt sich die Frage, ob hier das menschliche Maß, wie es Jan Gehl beschreibt respektiert wird. Wenn man/frau sich auf dem Stadtplatz bewegt dann fällt nämlich sofort auf, dass der überwiegende Teil dieser Fläche dem Autoverkehr gehört. Es ist gerade an den einkaufsintensiven Tagen spürbar, dass sich FußgängerInnen unwohl und gestresst fühlen, vor allem wenn kleine Kinder dabei sind. Im Verhältnis sind auch weniger RadfahrerInnen unterwegs. Dann noch eine Gruppe junger Menschen, die gemeinsam plaudernd ihre Pizza nur am Gehsteig sitzend essen können. Kaum beruhigte Flächen, Sitzgelegenheiten am Straßenrand oder gar am Gehsteig, kaum Blumen und Begrünung. Die Lust zu verweilen hält sich von daher in Grenzen, die Zonen zur menschlichen Begegnung und zum Austausch leider auch. Wie schreibt Jan Gehl, Menschen müssen sich auf Plätzen und Gassen begegnen können, darin besteht die Idee einer (lebendigen) Stadt. Noch dazu trennt auch die Landesstraße den Stadtplatz in zwei Teile. Aber das muss keineswegs so bleiben.

Am 14. Juni fand in der Bruckmühle die Präsentation eines Architekten zur neuen Gestaltungsstudie für den Stadtplatz statt. Es gab ja schon viele Studien, Ideen und Konzepte für die Gestaltung des Stadtplatzes – die meisten sind in irgendwelchen Schubladen verschwunden. Das kommunale Investitionsprogramm des Bundes das Gelder für Pregarten zur Modernisierung der Infrastruktur vorsieht kann uns nun von Nutzen sein und endlich eine Umsetzung dieses seit Jahren aufgeschobenen wichtigen Projektes für unsere Stadt ermöglichen (Lesen Sie mehr dazu auf Seite 8).

II. Hohe Lebensqualität im Verhältnis Bebauung und gesunde Böden


In Oberösterreich werden täglich 2 Hektar Land ( ungefähr 4 Fußballfelder) verbaut, 42 Prozent davon versiegelt [1]. Österreich verliert jährlich 0,5% seiner Agrarflächen und hat eines der längsten Straßennetze. Bodenschutz ist dringend notwendig z.B. für die Produktion von Nahrungsmittel, für den gesamten Naturhaushalt, als Maßnahme zum Hochwasserschutz. Den Boden zu schützen und seine Funktionen lebendig zu halten sichert auch das Überleben nachfolgender Generationen. Sie haben ebenso wie wir ein Recht auf gesunde Böden, die Ernährung, sauberes Trinkwasser sicher stellen. Das Landesumweltprogramm erklärt: „Umwelt 2030“ „Mit Boden wird sparsam und schonend umgegangen, dessen weitere Versiegelung wird eingedämmt und die Bodengesundheit hat hohe Priorität“.


[1] http://www.anschober.at/presse/artikel/ziel-flaechenverbrauch-halbieren/

Wir fordern:


  • Jetzt - Gestaltung des Stadtplatzes planen und realisieren
  • Stadtplatz - Begrünung – Bäume, Vertical Garden in den Sitzbereichen der Gastronomie
  • Maßnahmen zur Verringerung des Flächenverbrauchs entwickeln
  • Ökostraßen und/statt Rückhaltebecken
  • Vielseitige Bodenschutzprogramme für Pregarten entwickeln​
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